Um die Umweltdaten mit klimainduzierter Migration in Verbindung bringen zu können, verknüpfen sie die Forschenden mit Bewegungsprofilen aus aggregierten, anonymisierten Mobilfunkdaten. So werden die Mobilitätsmuster der Menschen im Kontext der physischen Umwelt sichtbar. „Diese basalen Muster haben nicht zwingend etwas mit Migration zu tun. Es gibt darunter reguläre saisonale Bewegungen, etwa von Saisonarbeiter:innen in der Landwirtschaft, weil bestimmte Feldfrüchte an bestimmten Orten angebaut werden. Die Arbeiter:innen wandern entsprechend mit.“ Da die Forschenden jedoch sehr kleinräumige Daten in langen Zeitreihen erheben, können sie Abweichungen in den Mustern erkennen, die auf eine Fluchtbewegung hinweisen. Fiel etwa eine Naturkatastrophe zeitlich und räumlich mit Bewegungsanomalien zusammen, ist das ein Hinweis auf einen Zusammenhang.
Um Indizien über die Migrationsmotive zu gewinnen, ergänzen Langs Projektpartner:innen die Daten mit anonymisierten Social-Media-Spuren sowie Handydaten. Diese erlauben Rückschlüsse, ob der Autor oder die Autorin eines Posts sich tatsächlich auf der Flucht befand und wie individuelle Einstellungen, sozioökonomische Ressourcen und öffentliche Meinung Migrationsprozesse prägen. Weitere soziologische Daten werden vor Ort im Rahmen von qualitativen Befragungen erhoben. Hierbei geht es nicht nur um individuelle Beweggründe, sondern auch um das Verhalten auf Haushaltsebene, auf der etwa lokale Bewältigungsstrategien im Zuge eines singulären oder auch wiederkehrenden Ereignisses (jährliche Fluten, mittelstarke Dürren, Wirbelstürme) eine bedeutende Rolle spielen.