Wie gehen wir mit Schicksalsschlägen um? (2/4)
Der Zufall kann uns hart treffen, ob Krankheit, Unfälle oder andere Schicksalsschläge. Wie wir damit umgehen hängt damit zusammen, wie viel Kontrolle wir in unseren Leben haben oder zumindest glauben zu haben. Kontrolle kann Sicherheit geben, aber sie loszulassen, kann auch befreiend wirken. Um sich von Unglück dann auch zu erholen, braucht es Resilienz. Wie man die mittels Harry Potter aufbauen kann, erfährt ihr in Folge vier von „Was wir wissen“ über den ZUFALL.
Dazu haben Francesca Grandolfo und Thomas Zauner mit der Psychologin Judith Glück von der Universität Klagenfurt und dem Suizidforscher Thomas Niederkrotenthaler von der Medizinischen Universität Wien gesprochen.
Triggerwarnung: In dieser Folge kommt das Thema Suizid und dessen Prävention allgemein vor. Es werden aber keine expliziten oder konkreten dahingehenden Fälle besprochen. Informationen zu Suizidprävention, Hilfsangebote und Notfallnummern finden Sie unter suizid-praevention.gv.at.
Gut zu wissen
Kontrolle und Zufall
- Kontrolle in unseren Leben zu spüren ist ein wichtiger Bestandteil des Wohlbefindens. Schon Kinder und selbst Tiere ziehen es vor, Kontrolle über ihre Umgebung bzw. Belohnungen zu haben.
- Wir schätzen Risiken auch gerne so ein, wie es uns passt oder wie uns beispielsweise Ängste vorgeben, anstatt wie sie wirklich sind. Zum Beispiel ist es viel wahrscheinlicher im Straßenverkehr zu sterben als in einem Flugzeug, aber in ersterem haben wir mehr Gefühl von Kontrolle, was uns dem Fahren auf der Straße vielleicht mehr vertrauen lässt.
- Wenn uns großes Unglück im Leben widerfährt, erfinden wir oft lieber eine Geschichte, die es erklärt, als dass wir uns mit dem zufälligen Geschehen zufriedengeben.
- Zu viel Bedürfnis nach Kontrolle kann einem entspannten Leben aber auch im Weg stehen und im Extremfall zum Zwang werden.
Resilienz und Harry Potter
- Bei Resilienz geht es darum, mit Schwierigkeiten um Leben umzugehen und sich davon auch wieder zu erholen.
- Im Buch „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ verarbeitete die Autorin J.K. Rowling ihre eigene Depression und die Therapie, die sie dagegen gemacht hat.
- Anhand dieses Buches können Kinder und Jugendliche in einem Forschungsprojekt mehr Resilienz lernen. Das funktioniert, weil sie sich gut mit dem Hauptcharakter, Harry Potter, identifizieren können.
Was wir wissen
Im Podcast des FWF-Magazins scilog sprechen wir über das, was die Wissenschaft bewegt. Alle zwei Wochen, immer mittwochs, ordnen die Hosts Francesca Grandolfo und Thomas Zauner neues Wissen ein, erklären Zusammenhänge und erschaffen Bilder, die hängen bleiben.
Schreiben Sie uns an: scilog@fwf.ac.at
Das ist ein Podcast des Wissenschaftsfonds FWF: https://www.fwf.ac.at
Redaktion und Produktion in redaktioneller Unabhängigkeit:
Francesca Grandolfo: https://www.kurzschlussredaktion.at
Thomas Zauner: https://thomaszauner.eu
Redaktionelle und technische Unterstützung: sisigrant
Musik: Kaspar Arens
Visuelle Gestaltung: HammerAlbrecht