Unterwegs

Det finnes ikke dårlig vær, bare dårlige klær!*

Katrin Grunert
Katrin Grunert unterwegs in Trondheim, Norwegen Quelle: Grunert
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* Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! – Dieses norwegische Sprichwort spiegelt sehr gut die direkte Art wider, mit der die Norweger den Herausforderungen ihres Landes begegnen. Eines Landes, das durch seine geografische Lage von langen Winternächten, teils extremen Witterungsbedingungen und einer atemberaubenden, eiszeitlichen Landschaft geprägt ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es den Menschen wohl nur aufgrund dieses Pragmatismus möglich war, jene innovativen Leistungen zu vollbringen, die Norwegen zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht haben. Im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen seit jeher die Seefahrt. Die reichen Bodenschätze, die technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung sowie die Forschung ist dementsprechend von zentraler Bedeutung. Eine führende Rolle nimmt dabei die traditionsreiche Naturwissenschaftlich-Technische Universität Norwegens (NTNU) in Trondheim ein.

Ich schloß mit der NTNU im Rahmen meines Doktoratsstudiums in Mathematik an der Universität Wien erstmals Bekanntschaft, als mir die erfolgreiche Bewerbung um das Yggdrasil Stipendium des Norwegischen Forschungsrates die Möglichkeit gab, ein Semester in Trondheim zu verbringen. Der Aufenthalt war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit mit der renommierten Forschungsgruppe rund um Professor Helge Holden, einem führenden Experten auf dem Gebiet der partiellen Differentialgleichungen. Aus wissenschaftlicher Sicht lag daher eine Rückkehr nach Trondheim auf der Hand, was mir durch das Erwin-Schrödinger-Stipendium des FWF schließlich ermöglicht wurde.

Wellengleichungen

Der Schwerpunkt meiner Forschungsarbeit liegt auf der Untersuchung von nichtlinearen Wellengleichungen, deren Lösungen annäherungsweise die Ausbreitung von Wellen in einem Kanal oder in Ufernähe beschreiben. Ein Phänomen, das mich dabei besonders fasziniert, ist die Wellenbrechung. Sobald eine Welle bricht, wird Energie frei, und es stellt sich die Frage, was mit dieser Energie passiert. Je nachdem, ob diese Energie der Welle wieder zugeführt oder entnommen wird, ergeben sich unterschiedliche mathematische Lösungen der zugehörigen Gleichung. Natürlich stand der wissenschaftliche Aspekt bei der Entscheidung, nach Trondheim zurückzukehren, im Mittelpunkt. Aber es waren auch der einzigartige Charakter der Stadt und ihre freundlichen und offenen Bewohner, die mich gerne hierher zurückkehren ließen.

Badewannenrennen und Fjordwandern

Einen besonderen Charme erhält Trondheim einerseits durch die zahlreichen bunten Holzhäuser, die der Stadt auch an trüben Tagen eine lebendige und wärmende Atmosphäre verleihen. Andererseits prägen die 20.000 Studenten der NTNU das soziale Leben der Stadt, und trotz ihres hohen Alters (Jahrgang 997) ist Trondheim eine jugendliche Stadt geblieben. In den Gassen und Lokalen rund um die historischen Speicherhäuser und Werften wimmelt es von jungen Menschen, und auf der Suche nach Abwechslung wird man bei zahlreichen Konzerten, Kulturfestivals und eher ungewöhnlichen Veranstaltungen wie dem alljährlichen Badewannenrennen im Fluss Nildelva schnell fündig. Etwas ruhiger ist es auf den Wegen der beliebten Naherholungsgebiete und entlang des Trondheimfjords, wo sich die Menschen bei Picknick, Spaziergängen oder Sport entspannen. All diese Dinge lassen mich meinen Umzug in den hohen Norden nicht bereuen. Und auch, wenn das Wetter im Vergleich zu Österreich oft zu wünschen übrig lässt, fühle ich mich mittlerweile in Trondheim beinahe heimisch, denn: Es ist ja alles nur eine Frage der richtigen Kleidung.

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