Unterwegs

Sapientia magis auro desideranda*

Elfriede Furtmüller
Elfriede Furtmüller unterwegs in Neuseeland Quelle: Furtmueller
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Fairness, Ehrlichkeit und Objektivität fernab von Freunderlwirtschaft sind wichtige Elemente einer modernen und motivierenden Wissenschaftskultur. Im Korruptionsindex 2013 rangiert Neuseeland – genauso wie in den Jahren zuvor – auf Platz Eins als fairstes Land der Welt. Neuseeland ist nicht nur ein faires Land mit einladenden Naturlandschaften für Outdoor-Begeisterte. Das Land bietet auch einen soliden Nährboden für internationale Wissenschaft. Ein Blick ins Web of Science und auf Science-Watch-Rankings zeigt, dass der Autor des meistzitierten wissenschaftlichen Artikels in BWL und VWL, Dynamic Capabilities and Strategic Management**, im Zeitraum von 1995 bis 2005 ein Neuseeländer ist.

Vor etwa zehn Jahren konnte ich diesen erfolgreichen Wissenschaftler, aber noch viel erfolgreicheren Unternehmer und Gründer der Berkeley Research Group, David J. Teece, als einen meiner Betreuer der Dissertation und als Mentor gewinnen. Als ich vor ein paar Jahren in Neuseeland gemeinsam mit meinem Mann an seiner einwöchigen 60er-Geburtstagsfeier mit Aktivitätenprogramm inklusive Skydiving, Helikopterflug durch den Lord of the Rings-Park, Dampfschifffahrt in Queenstown, organisierten Charterflügen mit Städterundreisen und noch mehr für 150 internationale Gäste teilnahm, wurde mir klar: In dieses wunderschöne Land muss ich wiederkommen, und zwar für länger.

Geografie, Land und Leute

Neuseeland besteht aus einer Nord- und einer Südinsel sowie aus mehr als 700 kleineren Inseln. Mehr Österreicherinnen und Österreicher, als man denkt, zieht es nach Neuseeland. Karl Popper lebte acht Jahre in Neuseeland und Friedensreich Hundertwasser verbrachte seine letzten Lebensjahre im Outdoor-Paradies Northland. Dieser nördliche Teil des Landes inspirierte den Grazer Gerwalt Pichler, im Jahr 1973 das Outdoor-Unternehmen Northland zu gründen. Besonders beeindruckt hat mich die Hauptstadt Wellington, welche landschaftlich und kulturell oft mit San Francisco verglichen wird. Die Victoria University of Wellington mit der Triple-Crown-Akkreditierung AACSB, EQUIS und AMBA ist eine Top-Forschungsstätte und ich habe auch im Rahmen der AACSB-Akkreditierung der Uni und meiner Lehre einen kleinen Einblick in die Qualitätskriterien und Dokumentationsschritten für exzellente Forschung und Lehre erhalten.

Forschen und Lehren in Neuseeland

Verglichen mit Österreich ist es in Neuseeland sehr einfach, einen „tenured job“ zu finden. Arbeitsverträge werden in Neuseeland meist nach einem Jahr in unbefristete Dienstverhältnisse überführt. Im Rahmen unseres Forschungsprojektes habe ich zwei holländische MasterstudentInnen nach Neuseeland mitgenommen. Eine von ihnen hat sofort einen Job als Lektorin bekommen. An den Unis kommen die meisten Bewerbungen von Asiaten und Amerikanern – und wie ich mitbekommen habe, wünschen sich die Neuseeländer mehr Bewerbungen von Europäern und Kanadiern.

Gelassenheit und Understatement als Lebensstil

Es hilft sicherlich, wenn man persönlich im Lebensstil mit Understatement umgehen kann, das bedeutet, wenn man keine Statussymbole oder sozialen Ränge benötigt, gelassen ist, und das Gemeinwohl in den Vordergrund stellt, anstelle von Medienberichten über eigene Qualifikationen und Rankings. Erfolge entstehen meist nicht ganz alleine und in Neuseeland ist es gut, einen entspannten „down-to-earth“-Ansatz zu wählen.

Zukunftspläne – Kinder, Küche, Konferenzen

Ich muss zugeben, weglaufen fällt mir einfacher als zurückkehren. Im Rahmen der FWF-Rückkehrfinanzierung habe ich die Uni Innsbruck ausgewählt. Ich wollte immer an einem Ort leben und arbeiten, wo ich entweder Berge oder das Wasser ganz nahe habe. Ich freue mich auf den nächsten Lebensabschnitt, welcher hoffentlich bald mehrere Kinder inkludiert. Mein neuer Institutschef traut es mir zu, Kinder und Forschung unter einen Hut zu bringen – ein wertvoller Vertrauensvorschuss.


* Motto der Victoria University of Wellington: „Wisdom is more to be desired than gold“
** „June 2014: cited on google.scholar 18.666 compared with Einstein’s most cited article 12.428”

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