Unterwegs

Auf einen Torsdagsfika

Andreas Mauracher
Andreas Mauracher unterwegs in Uppsala, Schweden Quelle: Mauracher
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Der Grundstein für einen langfristigen Auslandsaufenthalt wurde eigentlich während der Arbeiten an meiner Diplomarbeit gelegt, als mir mein Zweitbetreuer Paul Scheier die Möglichkeit bot, für einen kurzen Forschungsaufenthalt an die Queen’s University Belfast zu gehen. Nach anfänglichem Zögern wurde mir bewusst, dass dies eine großartige Möglichkeit ist, um neue Erfahrungen zu sammeln, und schließlich habe ich diese Chance dankbar ergriffen. Es war wohl eine der besten Entscheidungen in meinem Leben, die ich bisher getroffen habe, und seitdem hat es mich immer wieder im Dienste der Wissenschaft ins Ausland gezogen. Im Laufe meiner Doktorarbeit habe ich mich dazu entschlossen, nach meinem Abschluss für längere Zeit im Ausland zu leben und so meine fachlichen Fähigkeiten wie auch meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Anstoß

Gegen Ende der Doktorarbeit hat mir mein Doktorvater Michael Probst die Möglichkeit aufgezeigt, in der Arbeitsgruppe von Kersti Hermansson zu arbeiten. Ihre Arbeitsgruppe forscht auf dem Gebiet der Oberflächenkatalyse und der Solvatationsprozesse und interessierte sich sehr für die experimentellen Versuche in Innsbruck, und so entschloss ich mich nach einem kurzen Besuch in Uppsala, nach Schweden zu gehen. Dieser erste Aufenthalt war sehr wichtig, um einerseits etwas von der möglichen neuen Arbeitsstätte, andererseits aber auch von der Stadt zu sehen. Schon während dieser kurzen Zeit habe ich mich in  Uppsala sehr wohl gefühlt und heute nenne ich es mein neues Zuhause. Die Uppsala Universität ist die älteste in Skandinavien und genießt einen hervorragenden internationalen Ruf. Auch die Arbeitsgruppe von Prof. Kersti Hermansson ist international renommiert. Diese fachliche Kompetenz war ein wesentlicher Grund unter vielen, mich für Schweden zu entscheiden. Torsdagsfika Kersti Hermansson kannte ich schon einige Jahre vor meinem Abschluss, da sie als Gastprofessorin eine Reihe von Seminaren an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck gibt. Dadurch kam auch der erste Kontakt über meinen Doktorvater zustande, da die beideneine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Das soziale Klima am „Institutionen för materialkemi“ ist hervorragend – der Umgang in der Arbeitsgruppe ist sehr familiär und auch zwischen den Arbeitsgruppen am Institut werden Kontakte gut gepflegt. Besonders freut mich immer der Torsdagsfika (Donnerstagskaffee); da treffen sich alle vom Institut zum gemeinsamen Kaffee/Teetrinken, es werden wichtige Ankündigungen getätigt und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgestellt. Zudem genießen wir dabei schwedisches Gebäck, das vom Institut zur Verfügung gestellt wird.

Forschungspraxis

Das Projekt umfasst die Modellierung und Entwicklung von sogenannten many-body-force-fields. Damit soll die Wechselwirkung von Ionen in
Heliumtröpfchen bei sehr niedrigen Temperaturen beschrieben werden. Ziel ist es, Computersimulationen durchzuführen und dadurch ein besseres Verständnis von den Experimenten am Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik in Innsbruck zu bekommen. Im Laufe des Projekts haben sich die Moleküle bzw. Ionen, die wir untersuchen, etwas geändert, da wir in ständigem Kontakt mit der Arbeitsgruppe in Innsbruck stehen und theoretische Daten mit experimentellen Ergebnissen vergleichen.

Lebensgefühl

Schweden ist ein wunderschönes Land, auch wenn man als gebürtiger Tiroler in der Region um Uppsala die Berge etwas vermisst. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und freundlich, und es ist eine Rarität, jemanden zu treffen, der nicht ausgezeichnetes Englisch spricht. Ende November, also kurz vor der
dunkelsten Zeit, bin ich nach Schweden gezogen. Im Nachhinein hat sich das als gute Wahl herausgestellt, da ich nach einem wunderschönen Winter
das Aufblühen der Natur im Frühling und das Erwachen des Lebens auf den Straßen beobachten konnte. Es hat mich sehr fasziniert, wie sich das Lebensgefühl
hier im Frühling ändert. Dieser Auslandsaufenthalt hat auf alle Fälle dazu beigetragen, meinen Horizont zu erweitern – nicht nur in fachlichen, sondern
auch in persönlichen Belangen. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, eine solche Erfahrung selber zu machen, denn die Dinge, die ich in dieser Zeit lernen konnte, findet man in keinem Lehrbuch.

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